3. Dezember 2014 Neue Medien

STICHWORT: MÄNNERGESUNDHEIT – TEIL 1

FUN FACTORY full on LOVE

Dr. Axel-Jürg Potempa, Urologe, Androloge und Sexualmediziner aus München, über die Wichtigkeit der Gesundheitsvorsorge – auch für Männer!

Obwohl die Deutschen immer älter werden, haben Männer mit durchschnittlich 78 Jahren immer noch eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen, die im Mittel 83 Jahre alt werden. Damit leben Frauen ganze fünf Jahre länger. Dabei gleichen sich die Lebensumstände von Frauen und Männern immer weiter an – beide Geschlechter sind in der Regel voll berufstätig und profitieren von den Fortschritten der Medizin. Wie kommt es also zu dieser Diskrepanz in der durchschnittlichen Lebenserwartung?

Laut Erhebungen des Robert-Koch-Instituts¹ setzen sich Männer grundsätzlich deutlich weniger mit ihrer Gesundheit auseinander als es Frauen tun. Nur knapp ein Fünftel aller Kursangebote von Krankenkassen zu Ernährung, Stressreduktion oder Suchtmitteln werden von der männlichen Zunft belegt. Dazu nehmen die Herren auch Vorsorgeuntersuchungen wie den Check-up 35 oder Hautkrebsfrüherkennung weniger oft wahr. Insbesondere junge Männer suchen selten ärztlichen Rat.

Oft reagieren Männer erst spät auf Signale ihres Körpers, selbst starke oder wiederkehrende Beschwerden werden oft lange ignoriert. Untersuchungen der „Stiftung Männergesundheit“² legen nahe, dass viele Männer sich nur ungern (von Ärzten) vorschreiben lassen wollen, wie sie ihr Leben zu führen haben. Ein zu großer Fokus auf die eigene Gesundheit wird zudem als Attribut der Schwäche und die Botschaften aus Vorsorgekampagnen als „unmännlich“ empfunden.
Viele Männer erkennen nur körperliche Symptome überhaupt als ernstzunehmend an. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burn-out passen oft nicht ins Selbstbild des „harten Kerls“. Bei mentalen Problemen suchen viele Männer nicht den Rat der Familie oder eines Arztes, sondern neigen zu Aggressionen oder Alkoholmissbrauch, was dem sozialen Umfeld und Ärzten ein Herankommen doppelt schwer macht. Die deutlich höhere Suizidrate bei Männern (bis zu 75% aller Freitode) macht klar wie erschreckend groß hier der Leidensdruck ist.³

Auch männerspezifische Krankheiten wie Prostata- oder Hodenkrebs sind all zu oft ein rotes Tuch. Dabei gilt, wie bei allen Krebssorten, dass eine frühe Diagnose die Heilungschancen deutlich erhöht. Ab dem 45. Lebensjahr steht allen Männern eine kostenfreie Prostatavorsorge zu – diese nehmen jedoch überhaupt nur 15% der deutschen Männer wahr!4

Im ersten Schritt sollten es Männer zu ihrer täglichen Routine machen, sich zum Beispiel beim Duschen selbst gründlich abzutasten. Veränderungen an den Hoden oder in der Leiste können erste Anzeichen für eine Erkrankung sein. Auch Beschwerden beim Wasserlassen oder Ejakulieren, sowie Blut im Harn oder Erektionsprobleme sind Warnsignale. Wer seinen Körper kennt und beobachtet, hat besonders gute Chancen rechtzeitig zu reagieren. Im Zweifelsfall sollte umgehend der Rat eines Arztes hinzugezogen werden.

Ärztliche Früherkennung ist besonders wichtig, da der Krebs am Anfang nur selten merkliche körperliche Beschwerden mit sich bringt. Durch das Abtasten der Prostata, Genitalien und der Lymphknoten in der Leiste kann ein Urologe erste Knotenbildungen und Verhärtungen bestätigen. Im Fall eines Befundes klären Gewebeproben, ob es sich um eine gut- oder bösartige Gewebeveränderung handelt. Mit einem Bluttest, dem sogenannten PSA-Test, kann durch die Untersuchung auf prostataspezifische Antigene der Krebs in einem noch früheren Stadium erkannt werden – die entstehenden Kosten von 15 – 45 Euro werden jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Insbesondere bei der Prostata bedeutet die Diagnose Krebs nicht zwangsläufig, dass direkt ein operativer Eingriff oder eine Bestrahlung unumgänglich ist. Ganz im Gegenteil werden die oft sehr langsam wachsenden Tumore zunächst regelmäßig durch den behandelnden Arzt überwacht und erst, wenn der Patient in akute Gefahr gerät eine Behandlung eingeleitet. Oftmals ist dies jedoch gar nicht notwendig.

Die eigene Gesundheit ernst zu nehmen, auf Signale des Körpers zu achten und den Rat von Ärzten zu suchen, ist wichtig, um die Lebensqualität und in letzte Konsequenz auch die Lebensdauer zu steigern. Hier sollten sich Männer dringend eine Scheibe von der weiblichen Zunft abschneiden – wegen falschem Stolz sollte sich nun wirklich niemand kostbare Lebenszeit rauben lassen.

Ich bin full on LOVE,…
…weil auch für uns Männer gerade der richtige Mix aus gefühlvoller Liebe und phantasievollem spannenden Sex die größte Belohnung für die oft nüchternen Anforderungen im männlichen Tagesablauf darstellt.
Dr. Axel-Jürg Potempa

¹ http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesundAZ/Content/M/Maennergesundh/Inhalt/Maennergesundheit_Daten_Fakten.html?nn=2408450#doc5053598bodyText1
² http://www.stiftung-maennergesundheit.de/fileadmin/maennergesundheit/media/downloads/13-11-24_Pressemitteilung_PK.pdf
³ http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Psychiatrie-und-Psychotherapie/de/forschung/psysozio/schwerpunkte/gender/index.html
4 http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Vorsorge.105203.0.html

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