23. September 2014 Neue Medien

SEX IN EINER NEUEN BEZIEHUNG

Der erste Blick, ein zaghafter Flirt und dann das aufregende Austauschen der Handynummern. Dann der freudige Griff nach dem Telefon, wenn endlich die erste Nachricht des Schwarms auf den Display erscheint und schließlich sogar das Telefon klingelt. Ein Date? Klar, gerne – wunderbar!
Erwartungen treffen auf Hoffnung, das Kopfkino beginnt, die Vorstellungen werden immer realer… Was erwartet sie/er von mir? Soll ich charmant zurückhaltend sein oder draufgängerisch? Knutschen ist schon okay, oder? Also, wenn es wirklich toll läuft. Aber direkt die Nacht miteinander verbringen? Da sagt man doch immer, dass die Beziehung gar keine Zukunft hat! Wobei er/sie ja schon verdammt sexy ist – und die Katze im Sack will ja schließlich auch niemand kaufen!

Grundsätzlich ist es wichtig zu bedenken, dass es kein Richtig oder Falsch, kein Passend oder Unpassend gibt. Jeder Mensch und jede Beziehung haben ein eigenes Tempo. Solange beide Partner sich in der Situation wohlfühlen, ist alles erlaubt. Selbstvertrauen, Aufmerksamkeit und vor allem von Anfang an einen ehrlichen Umgang miteinander sind wichtige Schritte hin zu einer erfüllenden Beziehung und einer lustvoll ausgelebten Sexualität.
Nur wer ehrlich zum Gegenüber und zu sich selbst ist, wird mit einem neuen Partner das Glück auf ganzer Linie finden können. Im ersten Rausch des Verliebtseins verpassen viele Paare neben Hobbies und Lieblingsfilmen auch ganz offen über sexuelle Vorlieben und Phantasien zu reden. So verwundert es wenig, dass es nur all zu oft heißt, das erste gemeinsame Mal habe zu Wünschen übrig gelassen.

Gründe hierfür können die eigenen Unsicherheiten und das mangelnde Wissen über den Partner sein. Wie toll, wenn es im Laufe des Abends schon Gelegenheit gegeben hat sich locker darüber auszutauschen, dass sie zum Beispiel ein ausgedehntes Vorspiel braucht, um auf Touren zu kommen, ansonsten aber durchaus für Experimente zu haben ist. Ihr wird es unterdessen Sicherheit geben zu erfahren, dass er besonders auf Körperkontakt steht und es mag wenn auch die Frau mal die Initiative übernimmt. Bereits das Kopfkino beim vertrauensvollen Gedankenaustausch ist einmalig anregend und dazu nimmt der Wissensvorschuss die Nervosität. Zudem lädt er dazu ein auch beim Liebesspiel dem Gegenüber mit Gesten und Worten  zu signalisieren, was gefällt und was nicht. Auch wenn es mit Sicherheit etwas Überwindung bedarf, so offen aufeinander zuzugehen, beide Partner werden mit einem atemberaubenden ersten Mal belohnt werden.

Und auch was das Reden anbetrifft, ist nach dem Sex bekanntlich vor dem Sex!
Damit ist natürlich nicht der Fauxpas-Klassiker „Und Schatz, wie war ich?“ gemeint. Ein ehrlicher Austausch, wie beide den Sex erlebt haben, was besonders schön war und welche Wünsche noch offen sind, sollte zur Gewohnheit in einer Partnerschaft werden. Auch Kritik sollte am besten nicht im heißen Eifer des Liebesspiels geäußert werden, sondern in einem ruhigen Moment in dem die Verbesserungsvorschläge vom Partner besonnen angenommen werden können. Dabei hilft es positiv aus der Ich-Perspektive zu kommunizieren. Ein „Du bist immer so stürmisch.“ klingt deutlich wertender als ein „Ich würde mir wünschen, dass du dir etwas mehr Zeit nimmst, auf mich einzugehen.”
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Wie beim Kochen können die Zutaten für guten Sex und auch für einen offenen Austausch immer weiter verfeinert werden. Neue Zutaten bringen neue Gericht mit sich und neue Erfahrungen neue Geschmäcker – so bleibt es über Jahre und Jahrzehnte hinweg spannend.

Ein weiterer wichtiger Punkt an dem sich ein ehrlicher Umgang miteinander lohnt, ist das Thema Selbstbefriedigung: Auch innerhalb einer neu entstehenden Partnerschaft sollte die „Lust am ich“ nie Tabuthema sein. Oft entstehen hier völlig unnötig Geheimnisse oder gar das Gefühl, man würde den Partner hintergehen. Dabei muss ganz klar sein, dass Solosex niemals Konkurrenz zum Sex mit dem Partner bedeutet und erst recht nicht, dass man in der Beziehung nicht ausreichend befriedigt wird. Ganz  im Gegenteil – was solo gut tut, kann einer Beziehung nur neue Impulse geben! Wer seinen eigenen Körper kennt, kann auch das Gegenüber viel leichter zu den persönlichen Hotspots lotsen! Und vielleicht bringt das Toy, das einem Solosex einmalige Höhenflüge erlaubt auch zusätzlichen Schwung in das gemeinsame Sexleben – wer es nicht versucht, wird es nie erfahren. Und das wäre doch wirklich schade…

Ich bin full on LOVE,…
… weil ein selbstbewusster, selbstbestimmter und natürlicher Umgang mit Sexualität jedem gut tut.
Tina

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Comment (1)

  1. Lisa

    Ich hatte auch gerade eine solche Situation und kann nur sagen: wenn es passt, dann passt auch alles. Sich vorher schon zu viele Gedanken zu machen oder gar zu hohe Erwartungen zu haben, das bringt eh nichts.
    Wenn man sich verliebt, dann verlibet man sich. Egal, ob jemand ein bisschen Cellulite hat oder einen kleinen Bierbauch.. Finde euch ud die Themen auf full on love super, macht weiter so!

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