23. Juli 2014 Dr. Verena Breitenbach

ORGASMUS (ER)LEBEN

Dr.Verena Breitenbach, Gynäkologin und full on LOVE Expertin

Häufig werde ich in meiner Praxis gefragt, wie Frauen eigentlich zum Orgasmus kommen und wie der angenehme Höhepunkt der Lust tatsächlich entsteht. Medizinisch betrachtet ist der Orgasmus ein ausgeklügeltes Zusammenspiel physischer und psychischer Vorgänge – ein rauschähnlicher Zustand ist die schöne Folge.
Viele der Vorgänge im Körper lassen sich medizinisch erklären, aber insbesondere das feine Zusammenspiel von Hormonen, Botenstoffen und dem Nervensystem ist noch weitestgehend unerforscht. Meine jahrelange Erfahrung als Frauenärztin hat mir gezeigt, dass viele Frauen gar nicht genau wissen, was in ihrem Körper vor sich geht, und was uns diesen berauschenden Lustmoment schenkt.

Aus medizinischer Sicht läuft die sexuelle Erregung in vier aufeinanderfolgenden Phasen ab. Zunächst setzt, meist relativ plötzlich, die „Phase der Erregung“ ein, die Puls und Herz zum Rasen bringt und alle Sinne in Aufruhr versetzt. Frauen verspüren dann ein Anschwellen des ganzen Imtimbereichs, der Klitoris, der Schamlippen und der Brust, was durch die verstärkte Durchblutung der Gefäße zu erklären ist.Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

In der sogenannten „Plateu-Phase“ bildet sich dann aufgrund dieser Signale mehr Körperflüssigkeit, die das Eindringen erleichtert. Währenddessen wird das, wie ein Schmerzmittel wirkende, Hormon Endorphin ausgeschüttet und die Funktion bestimmter Gehirnareale deutlich reduziert. Das hilft vor allem den Frauen dabei sich fallen zu lassen und den Alltag zu vergessen. Frauen genießen diese Phase besonders und kosten sie in der Regel länger aus als Männer, die schneller zum Höhepunkt kommen. Auch der Gehalt an Adrenalin und Noradrenalin im Blut steigt jetzt an. Die Spannung der Muskeln nimmt zu, so dass der Körper völlig von der Lust elektrisiert wird. Seit Beginn der ersten Phase – der Erregung – wird der Hypothalamus (wichtigstes Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems) immer stärker aktiviert.
Der „Moment des Höhepunkts“ setzt ein, wenn sich wie bei einem blitzreichen Gewitter die gesamte angestaute Energie entlädt. Dabei ziehen sich Muskeln, Beckenboden und Gebärmutter ruckartig drei- bis fünfzehn Mal zusammen. Der aktivierte Hypothalamus stößt beim Orgasmus das Bindungshormon Oxytozin aus, was uns ein angenehmes Gefühl von Rausch und Erfüllung beschert.
In der „abschließenden Phase“ schwillt die Muskulatur wieder ab, und das Hormon Serotonin wird ausgeschüttet, welches für ein angenehmes Wohlempfinden nach dem Sex sorgt und das Paar entspannt zurückfallen lässt. Genießen Sie doch einfach beim nächsten Mal den spannenden, intensiven Weg zu ihrem persönlichen Höhepunkt noch mehr.
Ich bin full on LOVE, …
… weil, die Sexualität sehr schön, erfüllend, gesund und entspannend sein kann, wenn wir sie richtig genießen und falschen Scham über Bord werfen.
Dr. Verena Breitenbach

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