26. März 2015 Neue Medien

EINE PORTION SELBSTVERLIEBTHEIT BITTE!

Wenn uns jemand erklären will, wie das mit dem Sex rein technisch gesehen funktioniert, schmunzeln wir oft nur. Denn unsere Eltern, Freunde, Schule und vor allem das Internet und das Fernsehen haben bereits für umfassende Aufklärung gesorgt. Was allerdings oft auf der Strecke bleibt, ist dabei der selbstbewusste Umgang mit dem eigenen Körper und den eigenen Emotionen. Sexualität ist eben nicht rein technisch, sondern beginnt im Kopf. Neugier, Lust und Sinnlichkeit sind bei der Entdeckung von Sexualität – egal ob solo oder mit einem Partner – nicht zu unterschätzende Parameter, ebenso wie auch Scham und Unsicherheit.

Diese Entdeckungsreise ist für jeden eine andere, für die einen eine Selbstverständlichkeit wie ein Spaziergang und für die anderen ein steiniger Pfad. Aber was sind die Schlüsselelemente auf dem Weg für einen selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Körper und der Sexualität?

Ein bisschen Selbstverliebtheit kann in diesem Fall nicht schaden, spornt Dr. Verena Breitenbach, Frauenärztin und full on LOVE-Expertin, an: „Es ist wichtig, sich zu mit sich selbst auseinander zu setzen. Oft und immer wieder. Nur so wird es gelingen, sich schön zu finden und wohl zu fühlen. Dabei die guten Seiten an sich zu sehen und nicht die Problemzonen in den Fokus zu stellen, ist wichtig. Schönheitsideale wie sie die Medien vorgeben, sollten nicht daran hindern ein positives Körpergefühl aufzubauen. Wer sich selbst lieben lernt, merkt schnell, dass Problemzonen meist nur im Kopf vorhanden sind.“
Damit haben Frauen oft größere Probleme als Männer. Wenn die Hüllen fallen, stehen die Brüste dank Push-Up eben nicht mehr wie eine Eins, die fehlende formende Jeans entblößt die ein oder andere Delle am Po und ein Waschbrettbauch wird vergeblich gesucht. In diesem Fall ist man sich selbst gegenüber der größte Kritiker. Vieles wird dem Gegenüber gar nicht auffallen oder gar als besonders sinnlich und fraulich erscheinen.

Jeden Zentimeter seines Körpers zu lieben und auch über kleinere Makel hinweg zu sehen, ist gar nicht mal so einfach. Das weiß auch Frau Dr. Breitenbach: „Damit hat jeder hin und wieder zu kämpfen und das ist vollkommen normal. Niemand findet sich immer und durchgehend schön.“ Das zu akzeptieren ist vielleicht der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem selbstbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität. Lust, auch die Lust des Partners, hat nichts mit Perfektion zu tun und muss sich auch nicht mit den entsprechenden Filmen im Netz messen. Derartiger Leistungsdruck braucht kein Mensch – erst recht nicht beim Sex. Wem es gelingt den Moment zu genießen, sich fallen zu lassen um sich und seine Bedürfnisse wahrzunehmen und vor allem zu kommunizieren, was der eigene Körper braucht, wird besonders erfüllenden Sex erleben.

Viele haben im ganzen Alltagsstress und Trubel verlernt auf ihren Körper zu hören oder ihn überhaupt zu erforschen. Was will ich? Was braucht mein Körper? Nur wer diese Signale wahrnimmt, kommt auf Dauer auch sexuell auf seine Kosten – alleine und mit einem Partner. „Da hilft eine tiefe Bauchatmung, was übrigens oft auch Lust auslösen kann. Viele Menschen spüren die Lust gar nicht mehr so. Oft ist es hilfreich, sich Ruhephasen zu gönnen, zu träumen, zu entspannen, auch eventuell erotische Bücher zu lesen oder Filme zu sehen,“ rät Dr. Verena Breitenbach. Ein selbstbewusster Umgang mit der eigenen Sexualität ist eben eine Forschungsexpedition, die hoffentlich ein Leben lang dauert.

Ich bin full on LOVE…,
weil ich von Entdeckungsreisen nicht genug bekommen kann!
Nina

Zum Magazin Tagged: , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zehn + 5 =