14. August 2014 Neue Medien

DIE LUST AM ICH

Desire for me

Die Liebe zu und mit sich selbst, sie ist so alt wie die Menschheit selbst. Und doch galt und gilt Selbstbefriedigung vielerorts immer noch als Tabu, moralische Schwäche oder gar als Sünde. Onanieren mache blind heiß es lange Zeit, zudem würde das Sperma schwach oder nach dem 1.000 Kommen die Samen gar aufgebraucht seien. Insbesondere Frauen, die ihrer Lust nach sich selbst nachgaben, wurden als Hexen oder leichte Mädchen gebrandmarkt. In vielen Ländern werden die Klitoris und die Lust, die sie bringt bis heute als etwas Unreines betrachtet und weibliche Beschneidungen werden durchgeführt – oft mit tödlichen Folgen.
Auch wenn in westlichen Kulturen mittlerweile freier mit der Lust an sich selbst umgegangen werden darf, ist sie auch hier oft noch mit Tabus behaftet.

Selbst in Partnerschaften und unter Freunden wird kaum offen drüber gesprochen. Und das obwohl laut einer Studie der Universität Bonn 90% der Männer und 86% der Frauen regelmäßig masturbieren.

Kein Wunder meistens macht man es sich selbst nämlich gar nicht mal so schlecht. Es überrascht darum nicht, dass auch der erste Orgasmus am ehesten beim Spiel mit sich selbst erlebt wird. Denn sich selbst zu liebkosen und in aller Ruhe herauszufinden, welche Berührungen sich am Schönsten oder Aufregendsten anfühlen, ist der beste Weg den eigenen Körper kennen zu lernen.
Weiß man erst einmal wie man sich selbst zum Höhepunkt führen kann, wird es umso einfacher auch dem Partner den Weg zu weisen. Aber selbst hier scheint es leider oft an Offenheit zu mangeln. So geben die meisten Befragten der Studie an, dass sie auch im weiteren Sexleben am zuverlässigsten ihren Höhepunkt erreichen, wenn sie sich selbst verwöhnen. Dabei könnte man den Partner doch so leicht in die Geheimnisse der eigenen Lust einweihen.

Neben der Lust mit sich selbst und in der Partnerschaft fördert der lustvolle Umgang mit dem eigenen Körper nachweislich das physische und mentale Wohlbefinden. Beispiel Kopfschmerzen: statt des Griffs in den Apothekenschrank – unter Umständen mit Nebenwirkungen – sollte der oder die Leidende es mal mit einer Runde Solosex probieren, denn ein Orgasmus kann den pochenden Schmerz verschwinden lassen. Der Hormoncocktail, der in unserem Körper beim (Solo-)Sex und einem Orgasmus freigesetzt wird, enthält zum Beispiel rein biologische Schmerzhemmer und Endorphine, die ein Hochgefühl mit sich bringen. So ist Sex die nebenwirkungslose Antwort auf die pharmazeutische Medikamentenküche und es macht nebenbei auch noch deutlich mehr Spaß, als bittere Pillen zu schlucken.

Ganz egal welches Geschlecht sich zum Solosex bettet, gesundheitlich profitieren alle. Während die Frauen ihren Beckenboden trainieren und sich so vor Stressinkontinenz und vor einer Gebärmutterabsenkung schützen können, schützt der lustvolle Griff ans Gemächt beim Mann die Prostata und verbessert die Qualität der Spermien. Darüber hinaus entdeckten Forscher im Blut von Männern, die kurz zuvor einen Orgasmus hatten, eine erhöhte Anzahl an Leukozyten – dies sind die Killerzellen zum Schutz des Immunsystems. Entgegen aller historischen und moralischen Mythen hat die moderne Medizin also eindeutig beweisen, dass der menschliche Körper durch Selbstbefriedigung als keineswegs geschwächt, sondern sogar gestärkt wird.

Und wer jetzt immer noch zweifelt, dem hilft vielleicht Woody Allens Zitat weiter: „Die Selbstbefriedigung ist Sex mit einem Menschen, den man wirklich liebt“.
Dann mal los!

Ich bin full on LOVE, …
… weil ein selbstbewusster, selbstbestimmter und natürlicher Umgang mit Sexualität jedem gut tut.
Tina

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Comments (4)

  1. Hallo Simone,

    es freut uns, dass dir der Artikel gefallen hat. Vielen Dank für das Teilen, es sollen ja schließlich alle in den Genuss von full on LOVE kommen!

  2. Vera

    Sehr schöner Beitrag. Ich wünsche mir mehr davon.

    Ich wollte fragen ob ich ihn teilen darf? Ich finde dass mehr Frauen den Artikel lesen sollten.

    VG

    Vera

  3. Hallo liebe Vera,
    danke für dein tolles Lob. Wir freuen uns sehr, wenn du den Artikel auf deiner Seite teilst.
    Mehr davon? Nur zu gerne! Kennst du schon unseren neuesten Artikel „Jetzt komme ich„?

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