7. Juli 2014 Neue Medien

DIE KRAFT DES KUSSES

„Der Kuß ist der Vulkan des Herzens.“
Christian Friedrich Hebbel (1813 – 1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

Ein wunderbares Zitat. Es bringt die Bedeutung eines Kusses in wenigen prägnanten Worten auf den Punkt. Zumindest ist diese so groß, dass gerade sogar offiziell der Tag des Kusses gefeiert wurde, am 6. Juli.

Es ist vielleicht das Intimste, was man mit einer Person teilen kann. Moment, sagen jetzt viele, küssen ist doch kein Sex! Sage ich: Stimmt so nicht.
Bei einem innigen, langen Zungenkuss ist man sich wahnsinnig nah, man tauscht Speichel und Geschmack aus und läutet oftmals damit das sexuelle Vorspiel ein. Prof. Dr. Ulrich Clement, systemischer Paartherapeut und Sexualforscher, nennt den erotischen Kuss daher die „Ouvertüre“. Wie in der Oper leitet sie das Thema ein, streift das, was der Zuhörer im Verlauf des Spiels zu erwarten hat.

Gerade bei Paaren, die sich noch nicht kennen, kann das einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf des Moments, des Abends, der Beziehung haben. Und man kennt das doch selber: Ein Wahnsinnstyp. Ein prickelnder Abend. Man berührt sich, kommt sich näher, man spürt die Lust, die in der Luft liegt. Endlich ist er ganz nah, endlich öffnen sich die Lippen, man kann es kaum erwarten, sich bei leidenschaftlichen Küssen die Kleider vom Leib zu reißen – und dann ist der Kuss eine Enttäuschung. Vielleicht ist er ein schlechter Küsser, vielleicht harmoniert man nicht miteinander. Es ist auch egal, Fakt ist: So schnell die Lust einen übermannt hat, so schnell kann sie verpuffen, wenn der Kuss nicht stimmt. Bei bestehenden Paaren haben Studien sogar gezeigt, dass die Häufigkeit des Küssens in direktem Zusammenhang mit der Zufriedenheit in der Beziehung steht.

Der Kuss hat so viele Bedeutungen. Eine evolutionäre, wenn man bedenkt, dass eine Herleitung ist, der Kuss sei eine Weiterentwicklung davon, wie eine Vogelmama ihrem Vogelbaby das vorgekaute Essen gibt. Eine symbolische, wir denken daran, dass selbst der Papst mit Kniefall und Handkuss geehrt wird. Eine historische, wie bei dem geschichtsträchtigen Bruderkuss zwischen Erich Honecker und Leonid Iljitsch Breschnew. Hollywood nicht zu vergessen, der Kuss zwischen Clark Gable und Vivien Leigh alias Rhett Butler und Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“. Die Marketingindustrie springt regelmäßig auf die Power des Kusses auf. Kürzlich demonstriert im erfolgreichen Viral-Hit des amerikanischen Modelabels Wren. Es hat wohl seine Berechtigung, dem Kuss seit 1990 einen internationalen Sondertag zu verleihen. Vor allem aber ist der Kuss Ausdruck von körperlicher Zuneigung, von Liebe, von Lust und Leidenschaft, von Vertrauen und Wohlbefinden. Von full on LOVE. A kiss is eben not just a kiss…

Ich bin full on LOVE, …
… weil es nichts gibt, was so wahnsinnig ist wie Liebe und Sexualität – wahnsinnig ehrlich, echt, aufregend und unverzichtbar.
Sara

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