5. März 2015 Liebling und Schatz

ALLER ANFANG IST LEICHT

Erst als Buch, dann im Kino: Der überwältigende Erfolg von „Shades of Grey“ erzählt von einer großen Sehnsucht. Es geht um Neugier, ja, auch um Romantik und Verlangen, aber vor allem um Mut und das Auseinandersetzen mit unseren sexuellen Fantasien. Themen also, die auch für unsere eigenen Beziehungen Impulse gehen können.
Manchmal kommt man in seinem Liebesleben an einen Punkt, an dem man etwas ausprobieren möchte, etwas, das über die bisherige Art des Liebesaktes mit dem Partner hinausgeht. Man spürt die Abenteuerlust in sich aufsteigen, fühlt vielleicht eine verborgene Seite in sich, eine sexuelle Verwegenheit, die man gerne mal ausprobieren würde.
Aber was tun? Wie dieses Bedürfnis angehen?

Unsere Empfehlung, nicht nur als Paarberater: Reden, Sprechen, Quatschen. Wobei es oft ratsam ist, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern vorher anzuklopfen oder zu klingeln. Weil manche erotischen Wünsche und Fantasien eben doch ziemlich überraschend daher kommen – insbesondere wenn man in der Partnerschaft eh wenig spricht, über Sex und Leidenschaft.

Wichtig für alle Beziehungen, egal, ob lang oder kurz, kommunikativ oder nicht: Es gibt keine falschen oder richtigen sexuellen Bedürfnisse.
So wie im Soft-SM-Abenteuer „Shades of Grey“, in dem der attraktive und erfolgreiche Christian Grey die erstaunlich unschuldige Studentin Anastasia in seine Welten entführt, in der es um Macht und um Lust geht. Grey kommuniziert all das, auch seine Sehnsüchte, sehr offen und klar.
Und beide zusammen zeigen: Grenzen sind dazu, sie abzustecken, und manchmal auch, um sie zu überschreiten. Wie weit, sei jedem selbst überlassen. Der Anfang ist meist ein kleiner Schritt aufeinander zu – so beginnt auch das Spiel von Dominanz und Unterwerfung schon damit, dass wir dem anderen einfach mal die Augen verbinden und sie/ihn vielleicht sogar ans Bett fesseln.
Und das Erstaunliche: Dieses Spiel hat nichts mit Auslieferung, sondern im Gegenteil mit sehr viel Vertrauen zu tun.

Wenn Ihr Partner Sie also in eine neue Welt sexueller Abenteuer einladen möchte, möglicherweise sogar in die Welt seiner Fantasien, lehnen Sie nicht vorschnell ab. Denn eigentlich ist aller Anfang leicht. Lassen Sie die Idee sacken, bitten Sie sich Bedenkzeit aus. Fragen Sie sich, wie viel Sie von seinem Vorschlag annehmen können, ohne sich selbst zu verraten – beziehungsweise gestehen Sie all dies Ihrem Partner zu, wenn Sie der- oder diejenige sind, der zu neuen Abenteuern strebt.
Ein tolles Beispiel dafür sind erotische Rollenspiele. Träume und Vorstellungen, die nahezu jeder von uns hat, die aber vielleicht nicht jeder gleichermäßen ausleben will. Und trotzdem sind sie eine herrliche Möglichkeit, sich als Paar neu kennen zu lernen. Verspielt vielleicht und mutiger als sonst.
Welche Rollenspiele überhaupt?
Wir haben zehn der beliebtesten Phantasien zusammengestellt. Zum gemeinsamen Lesen, darüber Reden und Ausprobieren.

1. Der Patient und die Schwester
Leidende Männer können manchmal ganz schön ansteckend sein. Das richtige pflegerische Talent wirkt Wunder – vor allem, wenn sich die Schwester am Krankenbett mal richtig Zeit nimmt. Besonders heilsame Effekte werden dem Äußeren der Helferin zugeschrieben. Bei der Dosis des Kostüms ist darauf zu achten, dass weniger in diesem Fall mehr ist. Klar, dass er ihr gehorchen muss und nur tun darf, was sie ihm erlaubt.

2. Chef im Sekretariat
Muss ja nicht gleich die klassische Blondine sein, aber trotzdem empfiehlt sich bei diesem Spiel zu zweit ein wenig Missgeschick: Ein Brief zum Beispiel, der zu Boden fällt. Den hebt sie in ihrem Bleistiftrock mit einer entzückenden Bewegung auf, während der Herr Direktor am Schreibtisch tut, was er nicht tun darf. Er berührt die Sekretärin und sie weist ihn als artiges Mädchen darauf hin, dass er ihr Chef und noch dazu verheiratet sei. Etwas Ungehöriges zu spielen, kann enorm aufregend sein. Auch wenn man sich dabei mal ausnahmsweise siezt.

3. Hände hoch!
Hausdurchsuchungen müssen zuweilen sein. Und der weibliche Arm des Gesetzes ist stark und wild entschlossen, als der überraschte Mann die Tür endlich öffnet. Aber sein anfänglicher Widerstand ist zwecklos, die Handschnellen sind schnell angelegt. Tja, und dann sind dem Mann endlich mal die Hände gebunden und er ist bei dieser durchsetzungsstarken Polizistin klüger als die Polizei erlaubt – und genießt einfach nur.

4. Um Himmels Willen
Wir alle wissen, dass besonders verführerisch scheint, was richtig verboten ist. Und eines der zweifelhaftesten Verbote ist die Enthaltsamkeit. Wie lange also kann die keusche Nonne widerstehen, wenn der fromme Priester mit Charme versucht, sie zu verführen? Welches Verhalten der Nonne macht ihn schwach und warum um Himmels Willen ist sie nur so schüchtern, um mehr zu verlangen?

5. Verliebt in den Lehrer – oder die Lehrerin
Seien Sie mal nicht der verständnisvolle Ehemann, sondern streng! Unnahbar, aber doch anziehend wirkt der Lehrer auf seine Schülerin und natürlich will er, dass sie ihm sexuell gehorcht. Der Sinn dieses Rollenspiels ist auch, dass er die Schülerin, wenn sie ihre Strafarbeit erfüllt hat, belohnt. Wie, entscheidet er. Der Dresscode der Schuluniform ist frei interpretierbar. Und das Allerbeste: Als Lehrerin und Schüler funktioniert das Rollenspiel auch.

6. Zum Rohre verlegen
Manchen Mann erregt die Vorstellung, dass seine Partnerin auch mit anderen Männern flirtet. Wenn zum Beispiel das Rohr leckt oder sich das Fenster partout nicht öffnen lässt: Es gibt also viel zu tun für den Helfer in der Not. Blöd nur, dass die Handwerker immer so überraschend kommen müssen und sie als Hausfrau es gerade noch geschafft hat, sich einen Bademantel überzuwerfen. Natürlich nur vorübergehend.

7. Zwei Fremde im Hotel
Sie sitzt am Tresen und er setzt sich zu ihr. Ein Gespräch beginnt, über Gott und mindestens die Welt. Irgendwann kommt es zu ersten Berührungen und der Krawattenknoten löst sich fast wie von Zauberhand. Frau und Mann machen sich außerhalb der eigenen vier Wände scharf. Ob es dann mit dem Taxi zum One-Night-Stand nach Hause geht oder – als Überraschung – in ein Zimmer des Hotels, ist Geschmacksache.

8. Frauchen und Hund
Die Befehle sind knapp und präzise: „Sitz!“, „Platz!“, „Aus!“.
Viel mehr braucht es nicht, in Momenten, in denen aus Frau mit Mann ausnahmsweise mal Frau mit Mann als Hund wird. Und dafür braucht es eigentlich nicht mehr als eine Leine oder Kette – und Freude am Spielen. Weil bei diesem Arrangement, das gerne auch bei erotischen Parties erprobt wird, von Anfang an klar ist, wer das Sagen hat, können sich beide erstaunlich gut entspannen. Und wenn sich der Hund fein benimmt, darf er vielleicht sogar ausnahmsweise in Frauchens Bett schlafen.

9. Sie haben Post.
Der Briefträger hat es eilig und dann noch dieses Einschreiben per Nachnahme. Hoffentlich ist überhaupt jemand zu Hause. Er klingelt, wartet, klingelt nochmal und plötzlich öffnet – sie: Jogginghose, T-Shirt, barfuß, spricht nur Französisch. Ein Au-Pair allein zu Hause. Der Postbote versucht, ihr klar zu machen, worum es geht. Das überfordert sie derart, dass sie ihn kurz reinbittet. Sie sucht hektisch Geld, während er beginnt, mit ihr zu anzubandeln.

10. Sex auf Bestellung
Der Reiz beginnt schon beim ersten Anruf. Er möchte sie und er möchte für den Sex mit ihr bezahlen. Sie besprechen Wünsche und den Preis und verabreden sich für ein Date in einem Hotel, dass Zimmer auch stundenweise vermietet. Der Glückliche wartet im Zimmer auf seinen Besuch. Er trägt Anzug. Selbstverständlich sind Champagner, Früchte und etwas Konfekt angerichtet. Dann klingelt das Telefon. Die Rezeption kündigt Besuch an und wenig später steht sie vor der Tür: mit Perücke und in herrlich „nuttiger“ Aufmachung.

Ganz wichtig beim Experimentieren ist, sich über die Erfahrungen auszutauschen. Was hat Spaß gemacht, wo waren Grenzen erreicht? Haben Sie den Mut auch beim Liebesspiel Grenzen aufzuzeigen und die Situation mit Fingerspitzengefühl umzulenken.

Viel Vergnügen!

Liebling & Schatz

Wir sind full on LOVE, …
… weil wir nicht aufhören, uns neu zu entdecken. Wir fordern uns einfach saugerne heraus.
Liebling & Schatz

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Comments (2)

  1. Toller Artikel mit tollen Ideen. Ich habe persönliche Strapon Erfahrungen machen können und kann jedem nur Mut zusprechen, so etwas beim Partner anzusprechen und auszuprobieren. Es ist einfacher als am denkt und schnell lernt man ganz andere Seiten des Partners kennen.

  2. Hey,

    gut, das Ganze mal sehr ausführlich, ehrlich & authentisch dargestellt zu bekommen.
    Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass man immer mit seinem Partner über seine sexuellen Wünsche reden sollte. Ich musste mich ganz schön überwinden, als ich meiner damaligen Freundin erklären „musste“, dass ich super gerne mal etwas devot wäre und von ihr mit einem Umschnalldildo gern genommen werden würde.

    Sie hat zwar erst mal geschluckt, aber dann relativ schnell sich drauf eingelassen. Wir haben es beide nicht bereut. 🙂
    Sie war zwar erst etwas schüchtern, da sie nicht genau wusste, ob es richtig ist was sie tut. Sie hat dann aber sehr schnell Gefallen dran gefunden.

    Sollte jeder experimentierfreude Mann mal ausprobiert haben…

    LG, Henning

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